Ammen-Dornfinger
Cheiracanthium punctorium

Allgemeine Daten
Familie: Dornfingerspinnen (Eutichuridae)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Gattung: Cheiracanthium
Art: Cheiracanthium punctorium
Lebensdauer: Ca. 1 Jahr
Giftigkeit: Für Menschen meist ungefährlich, kann jedoch Schmerzen verursachen
Verbreitungsgebiet: Süd-, Mittel- und Nordeuropa, sowie eingeschleppt in Nordamerika und Australien
Allgemeines
Der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) ist eine häufige und weit verbreitete Spinnenart in Europa. Mit seinem schlanken Körperbau und charakteristischen Radnetz ist er leicht zu erkennen. Diese räuberische Spinne ernährt sich von kleinen Insekten und Arthropoden und webt sein Netz meistens in der Nähe von Pflanzen oder in offenen Graslandschaften. Obwohl ihr Biss für den Menschen schmerzhaft, aber in der Regel ungefährlich ist, spielt diese Spinnenart eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht vieler europäischer Lebensräume.
Aussehen
Körperbau: Sie hat einen länglichen und schlanken Körperbau mit einer Körperlänge von etwa 6 bis 10 mm bei den Weibchen und 5 bis 9 mm bei den Männchen. Ihr Körper ist zweigeteilt und besteht aus einem Vorderkörper (Prosoma oder Cephalothorax) und einem Hinterkörper (Opisthosoma oder Abdomen).
Färbung: Die Grundfärbung des Körpers variiert, kann aber meist in verschiedenen Nuancen von Hellbraun, Gelblich-Braun bis Grau-Braun sein. Der Vorderkörper ist meist heller gefärbt als der Hinterkörper, welcher eine dunklere Zeichnung aufweisen kann.
Beine: Der Ammen-Dornfinger besitzt acht Beine, wie alle Spinnen. Diese sind lang und dünn, und sie sind in der Regel gelblich bis hellbraun gefärbt. Die Beine sind mit feinen Haaren bedeckt, was ihnen ein leicht behaartes Aussehen verleiht.
Augen: Die Spinnenart hat acht Augen, die in zwei Reihen angeordnet sind. Die vorderen Augen sind größer und bilden eine leicht gebogene Reihe, während die hinteren Augen in einer geraden Reihe angeordnet sind.
Dornen (Chelizeren): Namensgebend für die Familie der Dornfingerspinnen sind die auffälligen Dornen an den Cheliceren, den Mundwerkzeugen der Spinnen. Beim Ammen-Dornfinger sind diese Dornen zwar vorhanden, aber im Vergleich zu einigen anderen Dornfingerarten weniger ausgeprägt und weniger auffällig.
Verbreitungsgebiet
Das Verbreitungsgebiet des Ammen-Dornfingers umfasst verschiedene Länder Europas. Von Süd- und Mitteleuropa erstreckt es sich nordwärts bis in gemäßigte Regionen. In Südeuropa, wie beispielsweise in Spanien, Portugal und Italien, ist die Art ebenso anzutreffen wie in Mitteleuropa, zu dem Länder wie Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz und Tschechien gehören. Die nördlichen Bereiche seines Verbreitungsgebiets erstrecken sich bis nach Großbritannien, Skandinavien und die Baltischen Staaten.
Es wird angenommen, dass der Ammen-Dornfinger durch den Menschen auch in Gebiete außerhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets eingeschleppt wurde. So ist die Art mittlerweile auch in einigen nordamerikanischen und australischen Regionen zu finden.
Die Verbreitung des Ammen-Dornfingers hängt auch von den klimatischen Bedingungen ab, da Spinnen generell wärmeliebend sind. Daher sind sie vor allem in den wärmeren Monaten des Jahres aktiver und ihre Verbreitung kann je nach Jahreszeit variieren.
Lebensraum
Die Ammen-Dornfinger-Spinne ist eine Spinnenart, welche in vielen Lebensräumen in Europa anzutreffen ist. Ihr flexibler Lebensraum ermöglicht es ihr, sich in verschiedenen Umgebungen erfolgreich anzupassen. Hier sind einige der Lebensräume, in denen der Ammen-Dornfinger häufig vorkommt:
- Wiesen und Felder: Er ist in offenen Graslandschaften, Wiesen und Feldern zu finden.
- Waldränder: Entlang von Waldrändern und Lichtungen fühlt sich der Ammen-Dornfinger wohl.
- Hecken und Gebüsche: Oft in Hecken, Büschen und Sträuchern anzutreffen.
- Gärten und Parkanlagen: Auch in städtischen Gebieten, insbesondere in Gärten und Parkanlagen, vorhanden.
- Uferbereiche und Flussufer: Besonders in der Nähe von Gewässern.
Verhalten
Der Ammen-Dornfinger ist eine sehr scheue Spinne, welche meistens in ihrem selbstgesponnenen Radnetz lebt. Diese Netze sind typischerweise flach und befinden sich in Bodennähe, zwischen Pflanzen oder in der Vegetation. Das Netz dient dazu, Beutetiere wie Insekten und kleine Arthropoden zu fangen, indem es als eine Art Fallenmechanismus wirkt.
Diese Spinnen sind vorwiegend nachtaktiv und verlassen tagsüber ihr Netz, um sich in geschützten Verstecken zu verbergen. Sie ziehen sich in Spalten, unter Rinde, Steinen oder Blättern zurück, um den Großteil des Tages ruhend zu verbringen. In der Dämmerung beginnen sie dann, ihr Netz zu reparieren oder ein neues zu weben, um für die nächtliche Jagd vorbereitet zu sein.
Obwohl sie normalerweise nicht aggressiv gegenüber Menschen sind, können sie bei Störungen oder wenn sie sich bedroht fühlen, beißen. Der Biss des Ammen-Dornfingers ist für den Menschen schmerzhaft, aber eigentlich nicht gefährlich. Es ist anzuraten, nicht absichtlich mit diesen oder anderen Spinnen zu interagieren, um Konflikte zu vermeiden.
Ernährung
Der Ammen-Dornfinger ist ein räuberisches Insekt und ernährt sich hauptsächlich von anderen Insekten und kleinen Arthropoden. Seine bevorzugte Beute umfasst Fliegen, Mücken, Käfer und andere kleine Insekten, welche in die klebrigen Fäden seines Radnetzes geraten. Wenn ein Beutetier in das Netz gerät, reagiert der Ammen-Dornfinger schnell und beißt das gefangene Opfer mit seinem Gift, welches das Opfer lähmt und es verdaut. Anschließend injiziert die Spinne Enzyme, um die inneren Organe der Beute aufzulösen und sie später zu verspeisen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung des Ammen-Dornfingers folgt einem typischen Spinnenmuster. Die Männchen weben kleine Spermaweben, auf denen sie ihre Spermatophore (Samenpakete) ablegen. Diese Spermaweben werden dann in der Nähe des weiblichen Spinnennetzes platziert.
Die Paarung erfolgt, wenn das Männchen das Weibchen erreicht und seine Pedipalpen (umgewandelte Beine, die als Geschlechtsorgane dienen) in die Geschlechtsöffnungen des Weibchens einführt, um das Sperma zu übertragen.
Nach der Paarung legt das Weibchen Eier in einen Eikokon, den es in seinem Netz oder an geschützten Stellen wie Rindenrissen oder Blattstielen aufhängt und bewacht. Sobald die jungen Spinnen, sogenannte Spiderlinge, geschlüpft sind, bleiben sie für eine Weile nahe dem Eikokon, bevor sie auseinanderstreuen, um ihre eigenen Netze zu weben und selbstständig zu jagen.
Natürliche Feinde
Der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) hat verschiedene natürliche Feinde, die seine Population in Schach halten und seine Rolle im Ökosystem regulieren. Zu den natürlichen Feinden dieser Spinnenart gehören:
- Vögel: Verschiedene Vogelarten, wie zum Beispiel Singvögel, Raubvögel und Eulen, jagen aktiv nach Spinnen und können den Ammen-Dornfinger und andere Spinnenarten als Beute betrachten.
- Wespen und Hornissen: Einige Wespen- und Hornissenarten sind spezialisierte Spinnenjäger und können den Ammen-Dornfinger in sein eigenes Netz locken, um ihn zu erbeuten.
- Ameisen: Obwohl der Ammen-Dornfinger Ameisen jagt, können diese sozialen Insekten bei ausreichender Anzahl und Koordination eine Bedrohung für die Spinnen darstellen.
- Laufkäfer: Bestimmte Laufkäferarten fressen gerne Spinnen und können ebenfalls eine Gefahr für den Ammen-Dornfinger darstellen, wenn sie aufeinandertreffen.
- Spinnenfressende Insekten: Es gibt einige Insektenarten, die sich auf den Verzehr von Spinnen spezialisiert haben und den Ammen-Dornfinger als potenzielle Beute betrachten können.
- Spinnenfressende Amphibien und Reptilien: Bestimmte Amphibien wie Kröten und Reptilien wie Eidechsen können gelegentlich Spinnen in ihre Ernährung einbeziehen, einschließlich des Ammen-Dornfingers.
Diese natürlichen Feinde spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Ammen-Dornfinger-Population und tragen zur Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts in ihren Lebensräumen bei. Indem sie die Population der Spinnen regulieren, beeinflussen sie auch die Populationen ihrer Beutetiere, was wiederum Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette haben kann.
Lebenserwartung
Die Lebenserwartung des Ammen-Dornfingers (Cheiracanthium punctorium) beträgt in der Regel etwa ein Jahr. Dies kann jedoch je nach Umweltbedingungen und Nahrungsangebot variieren. Die Spinnen überwintern oft als erwachsene Individuen und erreichen ihre Geschlechtsreife im Frühjahr oder Sommer. Nach der Paarung legt das Weibchen Eier, bevor es im Herbst stirbt, und die nächste Generation schlüpft im Frühjahr des folgenden Jahres.
Gefahr für den Menschen
Der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) stellt für den Menschen in der Regel keine ernsthafte Bedrohung dar. Sein Biss ist zwar schmerzhaft und kann zu lokalen Symptomen wie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz führen, die in ihrer Intensität einem Wespen- oder Bienenstich ähneln. In seltenen Fällen können Kopfschmerzen, Übelkeit oder allgemeines Unwohlsein auftreten. Diese Symptome klingen jedoch meist innerhalb weniger Stunden bis Tage von selbst ab.
Ein Biss tritt typischerweise nur auf, wenn die Spinne sich bedroht fühlt, etwa bei direktem Kontakt oder wenn sie in die Enge getrieben wird. Um Konflikte zu vermeiden, sollte man vorsichtig mit ihrer Umgebung umgehen und versuchen, die Spinne nicht zu stören.
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